Das Leben eben

Tschhestita Baba Marta / Честита баба Марта – wie wir den März und den Frühling begrüßen

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Am ersten März binden wir uns, nach bulgarischen Brauch, wie jedes Jahr, eine Marteniza um. Ein rot/weiß gemustertes Schmuckstück wird als Talisman für Gesundheit und langes Leben, in Form von Anhängern, Armbändern oder wie bei der Ananas als Fußkettchen getragen. Man trägt sie auf der linken Seite (dort, wo das Herz ist) und gratuliert sich gegenseitig „Tchestita Baba Marta“ Die rot-weißen Glücksbringer trägt man so lange, bis man ein erstes Frühlingszeichen – einen Storch, eine Schwalbe oder einen blühenden Baum – sieht. Dann (spätestens zum 1. April) hängt man sie auf einen Baum oder legt sie unter einen Stein und wünscht sich etwas Schönes. 💕

Diesen Blogbeitrag hatte ich euch für Freitag den 02.03. versprochen und siehe da, wenn man die Veröffentlichung automatisiert klappt es wohl nicht immer so wie geplant. Ich hoffe ihr verzeiht mir dieses Missgeschick und seid trotzdem auf die Geschichte rund um die bunten Bänder und Anhänger gespannt.

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Baba Marta ist die bulgarische Göttin des Monat März, Großmütterchen März. Sie ist die weibliche Figur die den März symbolisiert, somit ist der Monat März der einzige im ganzen Jahr der als Frau personifiziert wird. Ihre Ankunft am 01. März jeden Jahres wird immer noch groß in Bulgarien (und einiger angrenzender Länder) gefeiert und somit auch der Frühling begrüßt.

Traditionell arbeiten Frauen an diesem Tag nicht und treffen sich um ihre Frauenkraft zu feiern und um in den verschiedensten Ritualen einander Zuneigung, Freundschaft und Hilfsbereitschaft  zeigen. Dies wird von Zeremonien und traditionellen (Kreis-)Tänzen an Quellen, in Wäldern und in der freien Natur begleitet, was mittlerweile auch folkloristischen Charakter bekommen hat.

Am 01. März, den Tag der Baba Marta schenkt man sich sogenannte Martenizi, das sind Scheiben, Quasten, und Püppchen in Form von Schmuck, bestehend aus Wollfäden und oft als Armband geflochten. Mitunter werden auch kleine Gegenstände mit eingearbeitet wie Münzen, getrockneter Knoblauch, Glasperlen, Eisenringe, Pferdeschwanzhaare und dergleichen. All dies soll Glück bringen und vor Bösem schützen.

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Baba Marta und die Symbolik

Der Brauch soll aus der Zeit vor dem 9. Jhdt.v.d.Z stammen, hierbei werden die Anhänger immer auf der linken Seite des Körpers getragen (da wo sich das Herz befindet) und haben die Farben der roten und weißen Göttin. Weiß symbolisiert ihre weißen Haare und steht somit für ein langes Leben während sich das Rot in ihren roten Wangen findet und symbolisiert Gesundheit. Auch Schnee und Blut werden als Symbole genannt und verdeutlichen den Übergang vom Winter in den Frühling.

Mit dem Verschenken und Tragen der kleinen Anhänger und Armbänder zu Ehren von Baba Marta soll die Göttin des Monat März milde gestimmt werden damit im März der Frühling einzieht. Sie soll besänftigt werden damit sie nicht zornig wird und Kälte über das Land schickt.

Immer Ärger mit den Brüdern

Für den Wetterwechsel im März soll der launische Charakter von Baba Marta verantwortlich sein. Dem Mythos nach haben ihre beiden Brüder Januar und Februar (bekannt als der große und der kleine „Sechko“) in den Sachen von Baba Marta herumgewühlt und ihren Wein ausgetrunken. Das machte sie wütend aber andererseits beruhigte sie sich schnell wieder, denn sie liebt ihre Brüder.  Wenn es ganz kalt wird, erinnert sich Baba Marta an den gestohlenen Wein, wenn sich aber die Sonne wieder zeigt, so vergibt sie ihren Brüdern.

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Bis die erste Schwalbe kommt

Martenizi werden im ganzen Familien- und Freundeskreis verschenkt wobei man sich einander „Tschestita Baba Marta“ (sinngemäß: Glückwunsch zum Großmütterchen März). Erwachsene und Kinder tragen den Schmuck, er wird an Haustüren gehangen und man schmückt seine Haustiere damit. Sie sollen Gesundheit, Wohlstand und Glück bringen. Da man eine Marteniza trägt um den Frühling zu begrüßen und dieser endgültig und unumstritten da ist wenn man den ersten Storch, die erste Schwalbe oder einen blühenden Baum sieht, hängt man seine Marteniza (insofern eines der drei Anzeichen gesichtet wurde) an einen Baum oder einen Strauch oder legt sie unter einen Stein und wünscht sich selbst und den Menschen die man liebt Glück und Gesundheit. Man gibt somit die Martenizi der Natur zurück (spätestens am 1. April)

Traditionell wird in Bulgarien am Morgen des 1. März auf dem Haushof ein Feuer mit viel Rauch gemacht. Über dieses springen alle dreimal, das Gesicht zum Sonnenaufgang gewendet. Die Menschen bitten die Baba Marta damit, sie von bösen Kräften zu säubern und vor schlimmen Krankheiten zu schützen. Die Frau des Hauses bringt rote Gewänder und lässt sie auf den Bäumen und auf dem Zaun hängen. Danach schmückt sie die Kinder und neugeborene Tiere mit den von ihr gefertigten Martenizi.

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